Enigma (Zeitgeschichte)

    Aus Lexikon Zweiter Weltkrieg

    (griechisch Rätsel) Chiffrierautomat der deutschen Wehrmacht, 1937 offiziell eingeführt. "Enigma" verschlüsselte durch 5 elektr. verbundene Walzen Befehle und Nachrichten und wechselte laut Dienstanweisung alle 48 Stunden den Code. Der Adressat empfing die Signale über ein synchron geschaltetes Gerät und "übersetzte" sie mit Hilfe des jeweils verabredeten Schlüssels. Das System basierte auf einem holländischen Patent, das in den 1920er Jahren von dem Berliner Erfinder Arthur Scherbius als Geheimschriftmaschine für kommerzielle Zwecke weiterentwickelt und auch ins Ausland verkauft wurde. Das Reichswehrministerium perfektionierte "Enigma" für die militärische Nachrichtenübermittlung. Im Frühjahr 40 gelang dem britischen Geheimdienst mit dem Vorläufer eines elektronischen Rechners, der in der "Code and Cypher School" in Bletchley Park installiert wurde, der Einbruch in das "Enigma"-System, was auf deutscher Seite für unmöglich gehalten wurde, sodass "Enigma" bis Kriegsende arglos weiterverwendet wurde und den Alliierten einen unschätzbaren Vorsprung sicherte. "Ultra", so der Codename der britischen Entschlüsselungsoperation, erhielt höchste Geheimhaltungsstufe; Einzelheiten wurden erstmals 1974 enthüllt.