Duisburg

    Aus Lexikon Zweiter Weltkrieg

    deutsche Großstadt am rechten Rheinufer beiderseits der Einmündung der Ruhr mit 435 000 Einwohnern (1940), größter Binnenhafen des Deutschen Reiches. Als Hauptumschlagplatz des Ruhrgebiets und Industriemetropole (Kohlebergbau, Hüttenindustrie, Schiffbau, Chemie u.a.) war Duisburg eins der bevorzugten Ziele alliierter Luftangriffe. Die Verwüstungen begannen schon 1941, als u.a. am 12./13.6. britische Maschinen 445 t Bomben abwarfen, und steigerten sich 1942 mit drei besonders schweren Angriffen am 1./2.6., als 726 Flugzeuge 1235 t Bomben ins Ziel brachten, am 21./22.7., als bei 13 Verlusten 250 RAF-Maschinen 577 t Bombenlast ausklinkten, und am 6./7.9. mit 185 Flugzeugen und 439 t Bomben. 1943 äscherten 577 britische Bomber am 12./13.5. die gesamte Altstadt von Duisburg mit 1599 t Bomben ein und machten 96 000 Menschen obdachlos. Fast jeden Tag und jede Nacht gab es bei britischen und zunehmend auch amerikanischen Einflügen in der Folgezeit Luftalarm, da über Duisburg als Pforte zum Ruhrgebiet die Angriffsschneisen führten. Die schwersten Schäden erlitt die Stadt 1944, als u.a. am 22.5. über 2000 t Bomben fielen, eine Menge, die am 14./15.10. noch verdoppelt wurde, als 1005 Halifax, Lancaster und Mosquito über Duisburg erschienen. Es folgten zahlreiche weitere Großangriffe, u.a. am 30.11./1.12. (2270 t), am 8.12. (900 t) und am 17./18.12. (1760 t). 1945 kamen zu den Bombenschäden die Zerstörungen während des Endkampfes um die Stadt, die am Nordwestrand des Ruhrkessels lag und seit 3.4. mit Artillerie beschossen wurde. Am 12.4. drangen Einheiten der 9. US-Armee (Simpson) in Duisburg ein, das bis zum Abend von den deutschen Verteidigern geräumt wurde.