Dragojub Mihailovic

    Aus Lexikon Zweiter Weltkrieg

    jugoslawischer Offizier und Politiker

    geboren: 27. 1893 Ivanjica (Serbien) gestorben: 17. 1946 Belgrad (hingerichtet)

    Dragojub Mihailovic, jugoslawischer Offizier und Politiker

    genannt Draza; Ende des 1. Weltkriegs Hauptmann, 1934 Militärattaché in Sofia, 1936 in Prag, 1939 Oberst. Mihailovic zog sich nach der Kapitulation Jugoslawiens (17.4.41) mit anderen versprengten Soldaten in die Berge zurück und baute die Partisanenorganisation der so genannten Cetnici (Name einer Truppe in den Türkenkriegen des 17./18. Jahrhunderts) auf. Zwar erhielt er nach dem deutschen Überfall auf die Sowjetunion Zustrom von kommunistischen Gruppen, doch kam es bald zu Konflikten und zur Abspaltung der Kommunisten unter Tito. Mihailovic, im Sommer 41 von der jugoslawischen Exilregierung in London zum General und Oberbefehlshaber der Truppen in der Heimat ernannt, zog sich vor einer deutschen Offensive gegen die Partisanen nach Montenegro zurück, wurde am 12.1.42 Verteidigungsminister der Exilregierung und erhielt bevorzugt alliierte Hilfe. Da es vereinzelt zu gemeinsamen Attacken mit deutschen Truppen gegen kommunistische Einheiten kam, geriet Miahilovic ins Zwielicht und verlor zunächst Stalins, später (Anfang 44) auch die Unterstützung der Angloamerikaner. Im Juni 44 ließ ihn die Exilregierung fallen und forderte ihre Landsleute zum Anschluss an Tito auf. Mihailovic tauchte gegen Kriegsende unter, wurde aber im März 46 verhaftet und von der kommunistischen Regierung vor Gericht gestellt und zum Tod verurteilt.