Dortmund

    Aus Lexikon Zweiter Weltkrieg

    größte Stadt Westfalens mit rund 540 000 Einwohnern (1940). Als Zentrum eines industriellen Ballungsraums (Kohle, Stahl, Maschinen u.a.) war Dortmund während des Kriegs eines der Hauptziele der alliierten Luftoffensive. 1942 trafen die ersten schweren Angriffe die Stadt, u.a. am 14./15.4., als 215 RAF-Maschinen in der Nacht 278 t Bomben abwarfen, und steigerten sich 1943, u.a. am 4./5.5., als 1436 t Bomben fielen und 1218 Häuser zerstörten, 2141 schwer beschädigten und 693 Menschen töteten, und am 24.5, als 724 britische Flugzeuge angriffen und 2042 t Bomben einsetzten. 1944 waren es v.a. zwei Angriffe, die das Zerstörungswerk fortsetzten: 11./12.11. mit 1122 t Bomben und 29.11. mit 1618 t. Die schwersten Verwüstungen aber richtete die RAF an, als sie am 12.3.45 mit 1107 Maschinen über Dortmund erschien und 4851 t Bomben ausklinkte. Das geschah kurz vor dem Einschließen der deutschen Heeresgruppe B im Ruhrkessel, an dessen Nordrand Dortmund lag. Nachdem mehrere Vorstöße der 9. US-Armee (Simpson) Anfang April 45, die Stadt zu nehmen, abgewiesen worden waren, gelang am 12.4. der Einbruch in den deutschen Verteidigungsgürtel, sodass Dortmund am folgenden Tag aufgegeben werden musste. Die Straßenkämpfe hatten weitere Zerstörungen gebracht, sodass schließlich rund zwei Drittel aller Wohnungen vernichtet waren.