Donau

    Aus Lexikon Zweiter Weltkrieg

    mit 2850 km zweitlängster Strom Europas. Da im Südosten bei Kriegsbeginn zunächst keine Kampfhandlungen zu erwarten waren, wurden Teile der deutschen Donauflottille 1940 in die Niederlande verlegt und erst im Frühjahr 41 wieder zurückgebracht. Am Tag vor dem deutschen Angriff auf Jugoslawien und Griechenland (6.4.41) scheiterte ein britisches Sabotageunternehmen zur Sperrung der Donau am Eisernen Tor bei Orsava an der Wachsamkeit der deutschen Abwehr. Der Fluss wurde nach Beginn des Russlandfeldzugs zu einer wichtigen Nachschubstraße des Ostheeres und in Gegenrichtung für die Lieferungen rumänischen Erdöls. Die Kriegsmarine entsandte 1942-44 über die Donau ins Schwarze Meer: 6 U-, 15 Schnell- und 23 Minenräumboote sowie 26 U-Boot-Jäger und 343 weitere Fahrzeuge. Britische Flugzeuge behinderten seit Sommer 43 durch Einflüge aus Italien mit Minen den Schiffsverkehr empfindlich, zumal die Anrainerstaaten über wenig Räumkapazität verfügten. Allein von Mai bis Oktober 44 warfen RAF-Maschinen 1382 Minen. Erst die Bildung eines deutschen Minenräumdienstes Donau im Juli 44 ließ die Schäden - allein Mai/Juni 44 Verlust von 39 und Beschädigung von 42 Schiffen - sinken. Das ermöglichte beim deutschen Rückzug die Rettung zahlreicher Einheiten der Kriegsmarine und fast aller Besatzungen. Da die Donau für offensive Zwecke nicht mehr in Betracht kam, setzte Anfang Oktober 44 eine Verminung durch deutsche Flussstreitkräfte ein, die freilich den sowjetischen Vormarsch nicht nennenswert zu hemmen vermochte.