Dodekanes

    Aus Lexikon Zweiter Weltkrieg

    (griechisch Zwölf Inseln), Archipel in der Ägäis, seit 1912 (bestätigt im Vertrag von Lausanne 1923) von Italien verwaltet, Hauptinseln Rhodos, Samos, Leros, Kos, Patmos u.a. mit insgesamt 2869 km² und 140 000 Einwohnern (1940), Hauptstadt Rhodos. Nach dem Eintritt Italiens in den Krieg (10.6.40) wurden nach Rhodos auch eine deutsche Garnison und Luftwaffeneinheiten verlegt, die britische Geleite im östlichen Mittelmeer bekämpften. Zusammen mit den im Mai 41 eroberten Kykladen bildete der Dodekanes einen wirksamen Riegel vor dem Balkan. Er geriet in Gefahr nach dem italienischen Sonderwaffenstillstand im September 43, als britische Truppen auf einigen Inseln landeten. Auf Rhodos konnte General Kleemann mit 6000 Mann und Luftwaffenunterstützung gegen überlegene italienische Kräfte die Lage rasch unter Kontrolle bringen, während Kos beim Unternehmen "Eisbär" bis 12.10.43 und Samos sowie Leros durch die Operation "Leopard" bis 22.11.43 in verlustreichen Kämpfen zurückerobert werden mussten. Damit war mangels amerikanischer Unterstützung Churchills Plan gescheitert, mit einer Strategie der Peripherie doch noch von Südosten her einen Stoß gegen den "weichen Bauch Europas" zu führen und damit die Türkei ins Lager der Alliierten zu zwingen und ein allzu weites Vordringen der Roten Armee nach Westen zu verhindern. Beim britischen Rückzug gerieten 4800 Engländer in Gefangenschaft, alle italienischen Verbände wurden entwaffnet. Im September 44 begann die Wehrmacht ihrerseits mit der schrittweisen Räumung des Dodekanes, der 1947 an Griechenland fiel.