Dnjepr

    Aus Lexikon Zweiter Weltkrieg

    Deutsche Sturmboote beim Überqueren des Dnjepr

    mit 2200 km Länge von der Quelle südlich der Waldaihöhen bis zur Mündung ins Schwarze Meer zweitgrößter Strom im europäischen Russland, Transportschlagader der Ukraine. Der Dnjepr, im Mittellauf von Orscha bis zur Einmündung des Pripjet identisch mit der Stalin-Linie, wurde im Russlandfeldzug von der deutschen Heeresgruppe Mitte am 10.7.41 bei Mogilew zuerst überschritten. Am 25.8. schwenkten dann die 2. Armee (v. Weichs) und die Panzergruppe 2 (Guderian) nach Süden und schlossen mit der aus einem Brückenkopf bei Dnjepropetrowsk entgegenkommenden Panzergruppe 1 (v. Kleist) östlich Kiew starke sowjetische Kräfte ein, sodass auch die Heeresgruppe Süd (v. Rundstedt) Anfang September den Dnjepr in ganzer Länge überqueren konnte.

    Als die Rote Armee nach der deutschen Niederlage am Kursker Bogen ("Zitadelle") im Sommer 43 zur Rückeroberung der Ukraine ansetzte, wollte die Wehrmacht ihrerseits die Front am Dnjepr mit seinem auf weite Strecken steilen Westufer stabilisieren. Da Hitler jedoch nur abschnittsweise die Rücknahme der Truppen auf den strategisch günstigen Flusslauf genehmigte, konnte eine optimale Dnjepr-Stellung nicht vorbereitet werden. Die sowjetische Offensive mit rund 2,6 Millionen Mann, 51 000 Geschützen, 2400 Panzern und 2850 Flugzeugen konnte von den kaum halb so starken deutschen Heeresgruppen Süd (v. Manstein) und A (v. Kleist) nur unwesentlich gehemmt werden. Bis 30.9. war der ganze Unterlauf des Dnjepr von Gomel bis Saporoschje von den 6 angreifenden sowjetischen Fronten erreicht und nördlich Kiew sowie südlich Krementschug bereits überschritten. Im Dezember 43 hielt die deutsche Dnjepr-Front nur noch bei Mogilew, südlich Kiew und im Mündungsgebiet von Nikopol bis Cherson.