Dietrich von Choltitz

    Aus Lexikon Zweiter Weltkrieg

    deutscher General

    geboren: 9. November 1894 auf Schloss Wiese bei Neustadt, Oberschlesien gestorben: 4. November 1966 in Baden-Baden


    1914 Berufssoldat, 1936 Oberstleutnant, bei Kriegsbeginn Kommmandeur des III. Bataillons des 16. Infanterieregiments. Nach Polen- und Frankreichfeldzug zeichnete sich Choltitz in Russland bei der Belagerung von Sewastopol aus, wurde am 1.9.42 Generalmajor, am 1.2.43 Generalleutnant und erhielt am 5.3.43 das Kommando über die 11. Panzerdivision. Nachdem er 1944 zunächst die 76. Panzerdivision in Italien befehligt hatte, übernahm er am 20.6. als Kommandierender General das LXXXIV. AK an der Invasionsfront. Als unpolitischen und loyalen Offizier berief ihn Hitler am 7.8.44 ins Führerhauptquartier "Wolfsschanze" und ernannte ihn als Nachfolger von General von Boineburg zum Wehrmachtbefehlshaber Großparis, zu dem außer der Stadt auch das Departement Seine und Teile der Departements Seine-et-Oise sowie Seine-et-Marne gehörten, Hauptquartier im Hotel Meurice. Am 12.8. erhielt er den Befehl, die Seinebrücken sprengen zu lassen. Es folgten noch acht weitere Zerstörungsbefehle Hitlers, die Choltitz jedoch verschleppte, nur teilweise ausführte oder ignorierte, da er den Krieg als verloren und weitere Opfer als sinnlos ansah. Als gegen aufständische Résistance-Gruppen Luftwaffe eingesetzt werden sollte, erreichte er über den schwedischen Konsul Raoul Nordling eine Feuerpause, sodass die Bombardierung unterblieb. Er konnte Paris, das die Alliierten am 24.8. erreichten, planmäßig räumen, unterzeichnete am 28.8. die Übergabe vor Leclerc und ging in französische Gefangenschaft; 1947 entlassen.

    Ritterkreuz (18.5.40).