Dienstverpflichtung

    Aus Lexikon Zweiter Weltkrieg

    Maßnahme des nationalsozialistischen Staates zur direkten Steuerung des Arbeitseinsatzes. Gesetzliche Grundlage der Dienstverpflichtung war die aus Anlass des Baus des Westwalls erlassene Dienstpflichtverordnung vom 22.6.38. Sie ermöglichte die Heranziehung von Arbeitskräften zu "Aufgaben von besonderer staatspolitischer Bedeutung" unter (zunächst befristeter, sei 13.2.39 auch unbefristeter) Lösung bestehender Arbeitsverhältnisse. Die Dienstverpflichtung hob somit die Freiheit der Arbeitsplatzwahl auf, jedoch unterlag der Zwangseinsatz den normalen arbeitsrechtlichen Bestimmungen. Die Dienstverpflichtung wurde ständiges Instrument des Staates zur Versorgung der Rüstungsindustrie mit Arbeitskräften. Im Januar 43 wurde sie durch eine Meldepflicht für alle Nichterwerbstätigen (Männer von 16 bis 65, Frauen von 17 bis 45 Jahren) ergänzt. Dieser Versuch, die allgemeine Arbeitspflicht durchzusetzen und v.a. die Frauenerwerbsarbeit für die Rüstungsindustrie zu steigern, brachte jedoch nur geringe Erfolge, da man aus Rücksicht auf die Stimmung in der Bevölkerung vor einer konsequenten Durchführung zurückschreckte.