Dienstgruppen

    Aus Lexikon Zweiter Weltkrieg

    von der britischen Gewahrsamsmacht aus entwaffneten Angehörigen der Wehrmacht gebildete Arbeitseinheiten. Die ersten dieser "Labour Units" wurden kurz nach der Kapitulation aufgestellt, größte Einheit war die Arbeitskompanie mit etwa 1000 Mann, die sich im Allgemeinen in drei Züge untergliederte. Die Kompanien waren einem deutschen Stab, dem German Corps Headquarter, unterstellt, der selbständig die Einsatzbefehle erteilte. Besondere Einheiten bildeten die RAF – aus Angehörigen der Luftwaffe (Deutsches Arbeitskorps Luft/DAKL) – und die Royal Navy (Deutscher Minenräumdienst). Von Oktober 45 an erhielten die Einheiten der Army und der RAF die Bezeichnung Dienstgruppen; ihre Stärke betrug etwa 125 000 Mann.

    Sie waren überwiegend in Lagern untergebracht und wurden zunächst von britischen Soldaten oder polnischer bzw. jugoslawischer "Lagerpolizei" bewacht; später fiel die Bewachung fort. Neben einer besseren Versorgung erhielten die Dienstgruppen mancherlei Vergünstigungen (z.B. Urlaub). Im November 45 wandte sich der sowjetische Marschall Schukow scharf gegen die Dienstgruppen mit der Behauptung, in ihnen bestünde die Wehrmacht fort und ihre Tätigkeit sei militärische Ausbildung. Obwohl die Briten den Vorwurf zurückwiesen, war er doch Anstoß für einige Veränderungen (z.B. Abschaffung des deutschen Stabes, der Dienstränge und der Dienstrangabzeichen). Anfang 47 wurden die Dienstgruppen durch eine Organisation aus Freiwilligen ersetzt und im August 47 aufgelöst. Ihre Angehörigen hatten die Wahl, unter Entlassung aus der Gefangenschaft in die neue Organisation German Civil Labour Organisation (GCLO) einzutreten oder in ein Gefangenenlager zurückzukehren.