Diégo Suarez

    Aus Lexikon Zweiter Weltkrieg

    französischer Flottenstützpunkt und Hafenstadt an der Nordspitze Madagaskars mit 12 000 Einwohnern (1939); verblieb wie die gesamte Insel nach dem französischen Zusammenbruch unter Vichy-Verwaltung. Bei Diégo Suarez landeten die Briten am 5.5.42 an der Westküste erste Verbände als Auftakt der Operation "Ironclad" zur Besetzung Madagaskars. Der Flottenverband unter Konteradmiral Syfret mit dem Schlachtschiff Ramillies, den Trägern Illustrious und Indomitable sowie 1 Kreuzer und 7 Zerstörern war im März von Schottland ausgelaufen und eskortierte 9 Truppentransporter mit 2 Heeresbrigaden, 12 Panzern und einer Kommandoeinheit. Die britischen Landungstruppen trafen auf entschlossenen Widerstand der französischen Verteidiger unter Oberst Claerebout. Britische Trägerflugzeuge versenkten 1 Hilfskreuzer und 1 U-Boot und zerstörten einige wenige Morane-Jäger am Boden, ehe der Widerstand am 7.5. nachließ und sich die britischen Truppen schließlich in Diégo Suarez festsetzen konnten. Sie verloren 1 Minenräumer, 8 Panzer und 10 Flugzeuge, 121 Angreifer fielen, 300 wurden verwundet; französische Verluste: 171 Tote und 350 Verletzte. Mit der Eroberung von Diégo Suarez war das wichtigste strategische Ziel der Operation, eine japanische Kontrolle des westlichen Indischen Ozeans zu verhindern, erreicht; die Besetzung der restlichen Insel dauerte bis November 42.