Dewoitine D-520

    Aus Lexikon Zweiter Weltkrieg

    französischer Jagdeinsitzer, Erstflug 2.10.38; Bewaffnung: 1x20-mm-Kanone, 4 MG; maximal 525 km/h in 6000 m Höhe, Reichweite 990 km, Einsatzgipfelhöhe 11 000 m. Die Dewoitine D-520 war 1940 das modernste Baumuster der französischen Jagdwaffe; außerordentlich wendig und schnell, ließ sie sich mit der Me 109 oder der Spitfire vergleichen. Emile Dewoitine, seit den 1920er Jahren Lieferant von Jagdflugzeugen, hatte auf eigene Initiative 1936 mit der Entwicklung begonnen. Das Pariser Luftfahrtministerium erteilte bei Kriegsbeginn einen ersten Großauftrag für 1280 Maschinen als Ersatz für den alten Standardjäger Morane Saulnier M.S. 406. Als am 10.5.40 die deutsche Westoffensive losbrach, hatte die Umrüstung der ersten Jagdgruppen gerade begonnen. Schon beim ersten Fronteinsatz schossen die Dewoitine D-520 der Groupe de Chasse I/3 ohne eigene Verluste 4 Gegner ab.

    Bis zum Waffenstillstand wurden insgesamt noch 351 Dewoitine D-520 ausgeliefert, deren Piloten 114 bestätigte und 39 wahrscheinliche Luftsiege zugeschrieben wurden. Einige hundert Dewoitine D-520 flogen bei den Vichy-Streitkräften in Nordafrika, wo sie Ende 42 bei der Landeoperation "Torch" den Angloamerikanern heftige Luftgefechte lieferten. Die Produktion in Toulouse ging während des Krieges weiter, sodass die Gesamtfertigung schließlich 905 Exemplare erreichte. Die letzten 150 Dewoitine D-520 übernahm die deutsche Luftwaffe für Ausbildungszwecke. In Frankreich flogen 7 Dewoitine D-520 noch bis 1953 bei der offiziellen Kunstflugstaffel der Armée de l'Air.