Deutsches Rotes Kreuz

    Aus Lexikon Zweiter Weltkrieg

    (DRK), am 25.1.21 gebildeter Zusammenschluss der in den einzelnen deutschen Ländern existierenden Vereinigungen vom Roten Kreuz. Das DRK widmete sich während der Weimarer Republik vornehmlich Aufgaben der Wohlfahrt und leistete Hilfe in Katastrophenfällen. Im nationalsozialistischen Staat erhielt es am 29.11.33 eine neue Satzung, die der Reichsregierung die Möglichkeit bot, sich die 9000 örtlichen Organisationen, 10 000 Schwestern vom Roten Kreuz und die 130 000 Mitglieder der Sanitätskolonnen vom Roten Kreuz durch Umorganisation für seine Pläne nutzbar zu machen. Bis Kriegsbeginn folgten weitere gesetzliche Bestimmungen, die die DRK-Schwestern zu Wehrmachtsschwestern machten und das gesamte DRK-System der Wehrmacht zum Einsatz im Kriegsfall verpflichteten. Rechtsstellung, Abfindung und Versorgung wurde durch eine Heeresdienstvorschrift geregelt. Das DRK verlor seine Freiwilligkeit, aber es gelang ihm, der Gleichschaltung zu entgehen. Als Mitglied des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz konnte es weder Parteiorganisation noch unmittelbarer Bestandteil der Wehrmacht werden. Während des Krieges unterstand es unter Führung des Kommissars der freiwilligen Krankenpflege (nominell war dies der Präsident des DRK) zunächst dem Heeressanitätsinspekteur, später dem Chef des Wehrmachtssanitätswesens. Am 25.12.43 stellten die 18 Wehrkreise für den regionalen und den überörtlichen Einsatz in mobilen Sanitätseinheiten und Reservelazaretten 4300 DRK-Ärzte, 15 660 DRK-Schwestern und -Hilfsschwestern, 48 000 DRK-Schwesternhelferinnen, 313 000 DRK-Helferinnen und 65 000 DRK-Helfer. Sie waren das Rückgrat des Sanitätswesens. Für die Betreuung und Fürsorgearbeit (Luftschutz) stellten die DRK-Ortsgemeinschaften 315 000 weibliche und 48 000 männliche Mitglieder.