Deutscher Minenräumdienst

    Aus Lexikon Zweiter Weltkrieg

    (DMR), gemäß Waffenstillstandsbedingungen am 1.8.45 von der Royal Navy aus Verbänden der Kriegsmarine aufgestellte German Mines Sweeping Administration mit der völkerrechtlich unzulässigen Aufgabe, Seeminen in der Nord- und in Teilen der Ostsee unschädlich zu machen. Deutsche Seeoffiziere fassten dazu die noch einsatzfähigen Minensuch- und Räumbooteinheiten zusammen, rund 16 000 Mann auf über 400 Fahrzeugen. Die Einsatzbefehle wurden von der Royal Navy einem deutschen Stab, der Minenräumdienstleitung in Flensburg, später Glückstadt und Hamburg, erteilt. Der Deutsche Minenräumdienst bestand aus sechs Minenräumdivisionen (Kiel, Cuxhaven, Dänemark, Norwegen, Holland, Bremerhaven), denen eine Anzahl von Räumflottillen und Sperrbrechern unterstellt war. Durch Verluste und Verkauf an die Alliierten verringerte sich der Deutsche Minenräumdienst allmählich. 17 Schiffe wurden schließlich nach Protesten sowjetischer Stellen wegen angeblicher heimlicher Aufrüstung der Westzonen 1948 dem Zollgrenzschutz Cuxhaven übergeben und 12 im Jahr 1951 von den deutschen Einheiten des amerikanischen Labor Service übernommen. Letztere überließen die USA im Mai 56 der Bundesrepublik zum Aufbau der Bundesmarine. Der Deutsche Minenräumdienst hatte 53 Tote durch Explosionen und weitere 183 Opfer durch Schiffsverluste zu beklagen.