Demjansk

    Aus Lexikon Zweiter Weltkrieg

    sowjetische Stadt zwischen Ilmen- und Seligersee auf den Waldaihöhen östlich des Flusses Pola. Im westlichen Vorfeld von Demjansk sah sich Mitte August 41 die deutsche 16. Armee (Busch) Gegenangriffen der sowjetischen 11. und 34. Armee der Nordwestfront (Sobjennikow) ausgesetzt, erst die Zuführung von Einheiten des LVI. Panzerkorps und der 3. Infanteriedivision (motorisiert) bereinigte die Lage und zwang die Russen zum Rückzug hinter die Lowat; Ende September 41 war Demjansk in deutscher Hand. Während der sowjetischen Winteroffensive wurden hier das deutsche II. AK (v. Brockdorff-Ahlefeldt) und Teile des X. AK, zusammen 6 Divisionen mit fast 100 000 Mann, am 18.1.42 vom Vorstoß der sowjetischen 3. Stoßarmee und der 34. Armee überrascht. Eine noch mögliche Absetzbewegung wurde untersagt, sodass sich der Ring um Demjansk am 8.2. endgültig schloss. Die Verteidiger des Kessels mit ihren 20 000 Pferden mussten nun ausschließlich durch die Luft versorgt werden: 300 t Lebensmittel und Munition täglich waren das Minimum; unter erheblichen Verlusten landeten auf den von Artilleriefeuer förmlich umgepflügten Behelfspisten jeden Tag bis zu 170 Transportmaschinen, brachten Nachschub und flogen die Verwundeten aus. Die Russen versuchten mit allen Mitteln, den Kessel einzudrücken und setzten am 15.2. sogar mehrere Bataillone Fallschirmjäger in der Tasche ab, die aber aufgerieben wurden. So hielten sich die Verteidiger bis zum 28.4.42, als es der deutschen 16. Armee gelang, einen schmalen Korridor nach Demjansk freizukämpfen. Der schließlich erfolgreiche Entsatz sollte wenig später für die in Stalingrad eingeschlossene deutsche 6. Armee fatale Folgen haben, da Hitler nun Kesselbildung in besonderen Fällen sogar für vorteilhaft hielt. Im Februar 43 wurde Demjansk von der Roten Armee zurückerobert, die deutschen Verteidiger hatten sich beizeiten zurückziehen können.