Dakar

    Aus Lexikon Zweiter Weltkrieg

    Flottenstützpunkt und Hauptstadt von Französisch Westafrika (Senegal) mit rund 100 000 Einwohnern (1940). Nachdem britische Torpedoflieger (Träger Hermes) Dakar und das dort liegende französische Schlachtschiff Richelieu bereits am 8.7.40 angegriffen hatten, folgte im September 40 im Rahmen des Unternehmens "Menace" unter dem Schutz starker britischer Seestreitkräfte ein Landungsversuch freifranzösischer Truppen unter Führung de Gaulles. Mit 2400 Mann erschien er am 23.9. vor Dakar und forderte in einer Rundfunkansprache die Übergabe. Doch Generalgouverneur Boisson, der wegen dichten Nebels die imponierende britische Schutzflotte - Force M (Admiral Cunningham) mit 2 Schlachtschiffen, 3 Schweren Kreuzern, 1 Trägern und 6 Zerstörern - nicht sah, blieb standhaft und ließ die Küstenbatterien das Feuer eröffnen. Parlamentäre wurden mit MG-Salven vertrieben, eine nordöstlich in der Bucht von Rufisque gelandete Vorhut musste sich wieder einschiffen. In den bis zum 25.9. dauernden Kampf griffen auch britische Trägerflugzeuge (6 Verluste) und Vichy-treue französische Seestreitkräfte (Konteradmiral Landriau) ein, die nach dem Überfall von Mers el-Kebir nicht zum Überlaufen zu bewegen waren. Nach schweren Treffern auf britischen Kriegsschiffen und Torpedierung des Schlachtschiffs Resolution durch ein französisches U-Boot ließ Churchill das Unternehmen abblasen. Die Verteidiger hatten 100 Gefallene und 182 Verwundete verloren, 84 Zivilisten waren ums Leben gekommen. Auf freifranzösischer Seite wog am schwersten die Prestigeeinbuße de Gaulles, der einen patriotischen Spaziergang erwartet hatte.