DFS 230

    Aus Lexikon Zweiter Weltkrieg

    Lastensegler des Deutschen Forschungsinstituts für Segelflug in Griesheim bei Darmstadt, das sich seit den frühen 1930er Jahren mit der Konstruktion größerer Segelflugzeuge für den Lastentransport beschäftigte. Nach erfolgreichen Flügen eines Versuchsmusters im Schlepp einer Ju 52 erteilte das Luftfahrtministerium 1937 den Auftrag für einen 10-sitzigen Segler, der 900 kg Nachschub oder Luftlandesoldaten hinter den feindlichen Linien absetzen sollte. Der Luftwaffenführung gelang es, Bau und Erprobung des neuartigen Kampfseglers so lange geheim zu halten, bis die DFS 230 im Mai 40 mit dem lautlosen Sturmangriff auf Eben Emael Schlagzeilen machte; ein Jahr später erneut Masseneinsatz beim Unternehmen "Merkur" gegen Kreta. Dank ihres geringen Fluggewichts von 1,1 t konnte die DFS 230 beim normalen Lastentransport problemlos auch von einmotorigen Maschinen wie der Hs 126 oder der Ju 87 geschleppt werden. Sie verfügte über ein starres oder abwerfbares Zweiradfahrgestell, landete im operativen Einsatz gewöhnlich auf einer Kufe unter dem stoffbespannten Stahlrohrrumpf. Für kniffelige Punktlandungen wie im September 43 auf dem Gran Sasso bei der Befreiung Mussolinis wurde sie mit Bremsraketen oder -fallschirm ausgerüstet; Höchstgeschwindigkeit im Motorschlepp 185 km/h, im freien Sturzflug 290 km/h. Von der DFS 230 wurden bis 1941 insgesamt 1022 Stück v.a. bei Gotha gebaut, wo inzwischen als größeres Nachfolgemodell die Go 242 entwickelt wurde.