Düsseldorf

    Aus Lexikon Zweiter Weltkrieg

    deutsche Großstadt am Niederrhein mit 542 000 Einwohnern (1939), Verwaltungs- und Industriemetropole (Maschinenbau, Stahlwerke, Glas, Chemie u.a.). Im Vorfeld des Ruhrgebiets gelegen, gehörte Düsseldorf zu den Hauptzielen der alliierten Luftoffensive gegen Deutschland. Schon 1941 begannen schwere Angriffe, u.a. am 27./28.12., als 96 RAF-Maschinen bei 7 Verlusten 126 t Bomben auf die elegante Geschäftsstadt abwarfen. 4000 Menschen wurden obdachlos, 44 starben, als nach weiteren Bombardements am 10./11.9.42 rund 760 t Bomben fielen. Von 1943 an gab es fast täglich Fliegeralarme, meist wegen überfliegender Verbände, nicht selten aber auch wegen schwerer Großangriffe gegen Düsseldorf selbst, z.B. am 25./26.5., als 686 britische Flugzeuge fast 2000 t Bomben ausklinkten, wobei der Schaden durch Fehlwürfe in den Rhein begrenzt blieb. Am 11./12.6.43 wiederholte sich der Fehler nicht: Die 683 Angreifer brachten trotz 38 Verlusten ihre wiederum fast 2000 t Bomben genauer ins Ziel, 120 000 Menschen wurden obdachlos; etwas schwächer der Angriff am 31.7./1.8.43 mit 470 Flugzeugen und rund 900 t Bomben. Mit wachsender Zahl der viermotorigen Angreifer nahm das abgeworfene Zerstörungspotenzial rapide zu: Beim Einflug am 3./4.11.43 luden "nur" 527 RAF-Maschinen 2234 t Bomben ab. Der Höhepunkt der in regelmäßigen Abständen fortgesetzten Luftangriffe auf Düsseldorf kam am 2./3.11.44, als 992 Flugzeuge über der Stadt auftauchten und mit nahezu 4500 t Bomben einen weiteren Feuersturm entfesselten. Ende März 45 geriet Düsseldorf in den von der Heeresgruppe B (Model) verteidigten Ruhrkessel. Erst am 17.4.45 konnte die Stadt nach Erlöschen des deutschen Widerstands von Einheiten der 1. US-Armee (Hodges) genommen werden, von Straßenkämpfen zusätzlich zerstört; Gesamtverlust 86 500 Wohnungen (51%).