Curzon-Linie

    Aus Lexikon Zweiter Weltkrieg

    nach dem britischen Außenminister Lord G.N. Curzon (1859-1929) benannte und von ihm am 11.7.20 vorgeschlagene Demarkationslinie zwischen dem neuen Polen und dem bolschewistischen Russland von Dünaburg über Wilna, Grodno, Brest, dann dem Bug folgend und Galizien durchschneidend bis Przemysl. Polen lehnte die Curzon-Linie nach dem Sieg über die Rote Armee (August 20) ab und erreichte im Vertrag von Riga vom 12.3.21 eine rund 250 km weiter östlich verlaufende Grenzziehung, sodass große Teile Weißrusslands und der Ukraine polnisch wurden. Im geheimen Zusatzprotokoll zum Deutsch-Sowjetischen Nichtangriffsvertrag vom 23.8.39 diente die Curzon-Linie als Orientierung für die Aufteilung Polens, der am 28.9.39 endgültig festgelegte Verlauf der deutsch-sowjetischen Demarkationslinie entsprach der Curzon-Linie weitgehend. Während des Krieges machten sich die Westmächte gegen den erbitterten Protest der polnischen Exilregierung die sowjetische Forderung nach der Curzon-Linie als Westgrenze zu Eigen, die auf der Konferenz von Jalta (Februar 45) mit leichten Abweichungen nach Westen (z.B. in Ostpreußen) durchgesetzt wurde. Polen wurde mit den deutschen Gebieten östlich der Oder-Neiße-Linie entschädigt.