Condor

    Aus Lexikon Zweiter Weltkrieg

    Beiname des Langstreckenflugzeugs und Fernaufklärers Focke-Wulf 200. Von Professor Kurt Tank als viermotoriges Verkehrsflugzeug für die Lufthansa konstruiert, flog der Prototyp der Condor (26 Passagiere) erstmals am 27.7.37. Am 10.8.38 gelang einer zivilen Condor von Staaken aus der erste Nonstop-Flug Berlin-New York. Die Lufthansa und das Luftfahrtministerium übernahmen die ersten Versuchs- und Serienmuster; die 200 D. 2600 "Immelmann III" mit einem gepanzerten Fallschirmsessel und Notausstieg diente Hitler als Reisemaschine. Die japanische Marineluftwaffe interessierte sich für die Condor als Patrouillenbomber. Focke-Wulf entwickelte einen militärischen Prototyp mit einer Gondel für den Bombenschützen unter dem Rumpf. Weil ihr ein strategisches Kampfflugzeug fehlte, griff die Luftwaffe bei Kriegsausbruch auf das umgebaute Verkehrsflugzeug zurück. Es diente u.a. bei der Besetzung Norwegens und der Luftbrücke nach Stalingrad als Transporter. Die wichtigste Rolle jedoch spielte die Condor seit Sommer 40 beim Langstreckeneinsatz gegen die alliierten Schifffahrtsrouten im Nordatlantik. Hier gelangen den Condors des KG 40 in Bordeaux überraschende Anfangserfolge, innerhalb von 7 Monaten versenkten sie 85 Schiffe mit zusammen 363 000 BRT. Unentbehrlich wurde die Condor als fliegendes Auge der U-Boot-Waffe, indem sie Konvois weit auf See erfasste und beschattete. Insgesamt 267 Condors wurden bis Februar 44 ausgeliefert, davon entfiel die Masse auf den Bomber und Seeaufklärer 200 C in besonderen Einsatzvarianten, u.a. mit FuG 200 Hohentwiel Schiffssuchradar; die beiden letzten Baureihen waren für die Gleitbombe Hs239 umgerüstet. Daten der 200 C-3: 4x1200 PS, maximal 360 km/h, 4400 km Reichweite, bis 2100 kg Bombenzuladung, 1x20-mm-Kanone, 3x13-mm- und 2x7,9-mm-MG als Abwehrbewaffnung, 7-8 Mann Besatzung.