Chindits

    Aus Lexikon Zweiter Weltkrieg

    brit. Spezialeinheit, die 1943/44 in Burma hinter den feindl. Linien operierte, benannt nach einem burmes. mytholog. Fabeltier in Gestalt eines unbesiegbaren Löwen, der die Pagoden bewacht. Gegr. ursprüngl. unter der Bezeichnung Long Range Penetration Groups (LRP, Eingreiftruppe mit großer Reichweite) von Generalmajor Wingate als 77. ind. Brigade Ende 42, sollten die etwa 3000 Chindits weiträumigen Guerillakrieg im Rücken des Gegners führen. Im Schutz des Dschungels sollten sie, aus der Luft versorgt, ins feindl. Gebiet einsickern und über Funk Kontakt halten. Die Truppe rekrutierte sich aus Engländern, Indern, Gurkhas und Angehörigen burmes. Bergvölker.

    Das erste Chindits-Unternehmen (8.2.-24.3.43) richtete sich über mehrere 100 km gegen Ziele im Irawadi-Tal südl. Katha, musste aber nach Erreichen des Operationsgebiets abgebrochen werden. Zwar waren die direkten Erfolge gering, die Verluste (1000 Mann und sämtl. Ausrüstung) dagegen unverhältnismäßig hoch, doch sammelte man wertvolle Erfahrungen für den Dschungelkrieg. Ein Jahr später startete daher Wingate eine zweite Chindits-Operation zur Unterstützung der Offensive der amerikan.-chines. Armee (Stilwell) gegen Myitkyna nordwestl. Katha am Irawadi. Dieses Mal wurden 12 000 Mann teils mit Lastenseglern und per Fallschirm am 5.3.44 ins Zielgebiet rund um den Indawgyi-See gebracht, teils marschierten sie von Ledo (5.2.44) südwärts. Zunächst wenig erfolgreich und erschüttert vom Tod Wingates (24.3.), nahmen die Chindits am 18.4. Indaw und unterbrachen an vielen Stellen den japan. Nachschub. Dennoch mussten die meisten Chindits im Juni/Juli 44 erschöpft ausgeflogen werden. Nur Reste erlebten Anfang August die Eroberung von Myitkyna.