China

    Aus Lexikon Zweiter Weltkrieg

    Republik in Ost-Asien, mit 420 Mio. Einwohnern volkreichstes Land der Erde, 6,5 Mio. km², Hauptstadt Nanking, Kriegshauptstadt Tschungking. China, ohnehin zerrissen vom Bürgerkrieg der Nationalchinesen und der Kommunisten, wurde in den 1930er Jahren erstes Opfer des japan. Expansionismus und musste schon 1931 die Besetzung der Mandschurei und ihre Umwandlung ins japan. kontrollierte Kaiserreich Mandschukuo hinnehmen. Mit dem sog. China-Zwischenfall, einem lokalen Feuergefecht an der Marco-Polo-Brücke in Peking, eröffnete die japan. Kwantungarmee am 7.7.37 dann den unerklärten Angriffskrieg gegen China, der - ähnl. wie in Europa der Span. Bürgerkrieg - das fernöstl. Vorspiel zum 2. Weltkrieg bildete. Die Japaner eroberten den gesamten Norden von China, Teile der Inneren Mongolei sowie einige der großen Flussläufe mit den zentralen Großstädten am Unterlauf des Jangtse einschließl. der Hauptstadt Nanking (12.12.37), auch die Häfen im Süden fielen ihnen in die Hände. Die chines. Nationalregierung unter Marschall Tschiangkaischek zog sich ins Landesinnere nach Tschungking zurück. Der japan. Vormarsch kam 1939 zum Stillstand, rd. 850 000 Mann kontrollierten nun in China die Städte und die wichtigen Verbindungslinien, doch eine völlige Unterwerfung war vorerst gescheitert. Diese Atempause bescherte China der eskalierende Konflikt Japans mit den USA, der sich beim Überfall auf Pearl Harbor (7.12.41) entlud und das Land unversehens in eine Allianz mit den Angloamerikanern führte; 9.12.41 Kriegserklärung an die Achsenmächte. China wurde mit den benachbarten Burma und Indien zu einem Kriegsschauplatz zusammengefasst und auf der Kairokonferenz (November 43) in die Friedensplanungen einbezogen (Rückgabe der japan. besetzten Gebiete u.a.). US-Generalleutnant Stillwell wurde als Generalstabschef zu Tschiangkaischek entsandt und sollte dafür sorgen, dass möglichst viele japan. Kräfte auf dem chines. Festland gebunden blieben. Wegen des Ausfalls der Burmastraße war er allerdings weitgehend auf den nie ausreichenden Nachschub über die Luftbrücke "The Hump" angewiesen. Gegen die letzte japan. Offensive "Ichi-Go" im April 44 waren die Kuomintang-Truppen daher nicht genügend gerüstet, sie mussten noch einmal weite Gebiete in Süd-China räumen, die 14. US-Luftflotte (Chennault) verlor wichtige Basen. Doch auch in China ging mit den Niederlagen im Pazifik die japan. Herrschaft zuende. Das Land aber, dank US-Hilfe zur Großmacht aufgerückt, kam nicht zur Ruhe, da der durch die äußere Bedrohung zeitweilig unterbrochene Bürgerkrieg gegen die Kommunisten erneut aufflammte. Die USA setzten ihre milit. und wirtschaftliche Unterstützung für Tschiangkaischek massiv fort, konnten aber dem erbitterten Kampf nicht mehr die von ihnen erhoffte Wende geben. Er endete mit der Vertreibung der Nationalchinesen vom Festland nach Formosa und der Gründung der kommunist. Volksrepublik ("Rot-China") am 21.9.49.