Chile

    Aus Lexikon Zweiter Weltkrieg

    Republik in Süd-Amerika mit 740 000 km² und 4,7 Mio. Einwohnern (1939), Hauptstadt Santiago. Wie Argentinien stand Chile und v.a. seine Armee lange unter starkem dt. (preuß.) Einfluss. Das rohstoffreiche Land (v.a. Kupfer, Salpeter, Silber, Eisen) wurde nach Kriegsbeginn von beiden Seiten umworben, blieb aber neutral mit anfängl. deutl. Sympathien für die Achsenmächte, denn die seit 1938 regierende Volksfront unter Pedro Aguirre Cerda war in ihrem antifaschist. Kurs durch den Hitler-Stalin-Pakt (23.8.39) schwankend geworden. Nach dem Tod des Präsidenten steuerte sein Nachfolger Juan Antonio Ríos behutsam in alliiertes Fahrwasser, da die Gefahr der Isolierung auf dem Kontinent bestand und die europ. Staaten als Abnehmer chilen. Produkte zunehmend ausfielen. Einen Abbruch der Beziehungen zu den Achsenmächten aber lehnte Chile auf der Konferenz von Rio (Januar 42) weiterhin ab. Erst ein Jahr später beugte es sich dem wirtschaftlichen Druck und rief am 19.1.43 die Botschafter aus Berlin, Rom und Tokio zurück, dt., japan. und italien. Staatsangehörige in Chile wurden unter Hausarrest gestellt. Am 16.2.45 folgte die Kriegserklärung an das Dt. Reich und am 12.4.45 die an Japan, sozusagen als Eintrittskarte für die Vereinten Nationen.