Cerizay

    Aus Lexikon Zweiter Weltkrieg

    frz. Ortschaft im Departement Vendée. Cerizay wurde am 23.8.44 auf dem Rückzug von einer dt. Artillerieeinheit beschossen, die in der Nähe von Partisanen angegriffen worden war. Drei Zivilisten kamen bei der Beschießung ums Leben. Die dt. Soldaten drangen dann in Cerizay ein, plünderten einige Häuser und steckten sie in Brand. Am 25.8. verfolgten sie ohne Erfolg beim Dorf Montravers erneut Partisanen und nahmen als Repressalie einige Geiseln; eine Frau und ihre Tochter wurden bei einem Fluchtversuch erschossen. Am Nachmittag dieses Tages kam es bei Montravers zu einem Gefecht zwischen der dt. Einheit und Résistance-Kämpfern, wobei ein dt. Soldat fiel. Als "Sühnemaßnahme" wurden daraufhin vor dem Abzug auf dem Friedhof zwei Geiseln erschossen. Am 24.8.48 verurteilte deswegen das Militärgericht Bordeaux in Abwesenheit einen angebl. Angehörigen der dt. Einheit zum Tod. Dagegen ergab ein dt. Verfahren 1979 in Göttingen, dass der Verurteilte bereits 1941 aus der Wehrmacht entlassen worden war.