Burma

    Aus Lexikon Zweiter Weltkrieg

    (seit 1989: Myanmar), (zur Zeit des 2. Weltkriegs) brit. Kronkolonie in SO-Asien mit 605 000 km² und 15,6 Mio. Einwohnern (1939). Das einstige hinterind. Königreich Burma wurde im 19. Jh. von den Briten unterworfen, war 1886-1935 ind. Provinz und seitdem Kolonie mit beschränkter Autonomie. Als Ausgangspunkt der Burmastraße, aber auch als Einfallstor nach Indien spielte Burma in den japan. Eroberungsplänen eine Schlüsselrolle. Hinzu kam die wirtsch. Bedeutung als Lieferant von Erdöl, Wolfram und Nahrungsmitteln (v.a. Reis). Die japan. 15. Armee (Iida) hatte bei ihrem Angriff vom äußersten Süden der hinterind. Halbinsel aus im Dezember 41 leichtes Spiel, da ihr weder die Briten noch die Nationalchinesen gleichwertige Truppen entgegenstellen konnten. Am 8.3.42 rückte sie in Rangun ein und brachte so den einzigen Nachschubhafen für die Armee Tschiangkaischeks in ihre Hand. Mit der Einnahme von Lashio am 29.4. wurde Nationalchina von der letzten Landverbindung nach Westen abgeschnitten. Die brit.-ind. Burma-Armee (Hutton, später Alexander) zog sich durch das Irawadi-Tal nach Norden zurück, setzte die Ölfelder von Jenangjaung in Brand und erreichte nach verlustreichem Rückmarsch über 1500 km im Mai 42 Indien. Die Japaner, unterstützt von der burmes. Nationalbewegung, kontrollierten das ganze Land.

    Bei den Alliierten wurde Burma ein eigener Kriegsschauplatz (CBI = China-Burma-India), auf dem zunächst ungeklärte Befehlsverhältnisse herrschten. Die Verantwortung lag einerseits bei Wavell als brit. OB Indien und andererseits bei US-General Stilwell als Generalstabschef Tschiangkaischeks in Tschungking. Erst im August 43 wurde ein einheitl. Oberkommando für SO-Asien (SEAC) unter Mountbatten berufen. Schon Anfang 43 hatten sich die Alliierten in Casablanca unter der Codebezeichnung "Anakim" auf einen Plan zur Rückeroberung von Burma geeinigt. Dazu bauten sie systemat. ihre Luftüberlegenheit aus, begünstigt durch den Abzug starker feindl. Fliegerverbände in den SW-Pazifik. Hinzu kamen Guerilla-Operationen der Chindits (Wingate) im Rücken des Gegners. Im Herbst 44 hatten die Alliierten die Oberhand gewonnen. Den chines.-amerikan. Landtruppen unter Stilwell (seit Oktober 44 Wedemeyer) war es gegen zähen japan. Widerstand gelungen, den Landweg von Ledo nach China durch die Bergregion in NO-Burma freizukämpfen. Die 14. brit. Armee (Slim) bereitete den Japanern in der Abwehrschlacht von Imphal eine schwere Niederlage und startete Ende 44 eine Offensive über den Chindwin in Richtung Mittel-Burma; Mandalay fiel am 20.3.45. Eine zweite brit. Offensive zielte in West-Burma auf die Küstenregion des Arakan, wo Akjab als erstes Etappenziel am 4.1.45 erreicht wurde. Damit war das Sprungbrett für amphib. Operationen im Golf von Bengalen Richtung Rangun gewonnen, das am 3.5.45 kampflos besetzt wurde. Japan, das längst auch den Rückhalt bei den Nationalisten der burmes. Befreiungsarmee verloren hatte, musste sich geschlagen geben.