Bund Deutscher Offiziere

    Aus Lexikon Zweiter Weltkrieg

    (BDO) von 95 dt. Offizieren am 11./12.9.43 im Gefangenenlager Lunjowo bei Moskau gegr. "antifaschist." Organisation. Die Initiatoren des BDO hofften, durch Kooperation mit den Sowjets einen Beitrag für die Erhaltung des Dt. Reiches nach der zu erwartenden Niederlage leisten zu können. Unter Vorsitz von General v. Seydlitz-Kurzbach, später auch gefördert von Generalfeldmarschall Paulus, rief der BDO in Flugblättern und Radiosendungen die dt. Soldaten zum Überlaufen und zum Kampf gegen die Hitler-Diktatur auf. Nennenswerten Erfolg hatten weder diese Appelle noch die Bemühungen um Einfluss auf die sowjet. Deutschlandpolitik. Nach der Konferenz von Teheran und der Übernahme der angloamerikan. Forderungen nach Bedingungsloser Kapitulation durch die Sowjetunion schrumpfte der Handlungsspielraum des BDO zusehends. Von Stalin gegen die Westalliierten ausgespielt, verlor er zudem an Glaubwürdigkeit und wurde nach der Vereinigung mit dem Nationalkomitee "Freies Deutschland" am 2.11.45 aufgelöst.