Bruneval

    Aus Lexikon Zweiter Weltkrieg

    frz. Dorf etwa 20 km nordwestl. von Le Havre. Eine bei Bruneval an der normann. Steilküste gelegene dt. Radarstellung war in der Nacht vom 27./28.2.42 Ziel eines brit. Kommandounternehmens (Operation "Biting"), bei dem die Geheimnisse des Funkmessgeräts "Würzburg" in gegner. Hände fielen. Da sich von See her keine Angriffsmöglichkeit bot, wurde mit Hilfe von Informationen der Résistance ein Fallschirmunternehmen geplant: 119 Mann, darunter 7 Elektronikfachleute, sprangen aus 12 Whitley-Bombern hinter der Stellung ab. Die Fallschirmjäger unter Major I.D. Frost setzten einen dt. MG-Posten außer Gefecht und stürmten das Quartier der Bedienungsmannschaft, während Techniker das Ortungsgerät mit der neuartigen Parabolantenne fotografierten, wichtige Einzelteile ausbauten und den Rest sprengten. Anschließend kämpften sich die Briten bei 5 Verlusten den Weg zum Strand frei und wurden im Schutz mehrerer Kriegsschiffe von einem Landungsboot aufgenommen. Für den weiteren Verlauf des Luftkriegs war das Unternehmen gegen Bruneval folgenreich: Es lieferte Aufschluss, dass das neue "Würzburg"-Gerät im Wellenbereich von 60 cm arbeitete und nach dem "Window"-Verfahren leicht zu stören war. Beim Großangriff auf Hamburg Ende Juli 43 ("Gomorrha") machte sich die RAF diese Erkenntnis zunutze.