Brjansk

    Aus Lexikon Zweiter Weltkrieg

    sowjet. Stadt im Gebiet Orel mit 88 000 Einwohnern (1940), Eisenbahnknoten. Bei Brjansk und Wjasma entwickelte sich im Rahmen der Offensive der dt. Heeresgruppe Mitte (v. Bock) gegen Moskau (Unternehmen "Taifun") vom 2. bis 20.10.41 eine Doppelschlacht, in der mehrere sowjet. Armeen vernichtet wurden, bei Brjansk v.a. Teile der 3. und das Gros der 13. und 50. Armee, wobei insges. 673 000 Gefangene eingebracht wurden. Den Vorstoß bei Brjansk trug die Panzergruppe 2 (Guderian), die während der Offensive in 2. Panzerarmee umbenannt wurde und am 6.10. die Stadt mit der 17. Panzerdivision eroberte. Die eigens zur Abwehr des dt. Angriffs gebildete und nach Brjansk benannte sowjet. Brjansker Front musste am 11.11. aufgelöst werden, ihre Reste übernahmen West- und Südwestfront. Eine neue Brjansker Front wurde im Januar 42 unter Generaloberst Tscherewitschenko gebildet. Sie nahm an der sowjet. Winteroffensive vor Moskau teil und unter Generaloberst Popow nach der dt. Niederlage in der Panzerschlacht bei Kursk im Juli/August 43 am Vorstoß auf Orel. Im September 43 gelang es diesen Verbänden, die Eisenbahnlinien nach Brjansk abzuschneiden, sodass die dt. 9. Armee die Stadt aufgeben musste, die am 17.9.43 von der sowjet. 11. Armee erobert wurde.

    1944 entstand hier die Uprawlenije 7326, in deren Lager zunächst Gefangene der dt. Heeresgruppe Mitte, dann aber auch dt. Soldaten von allen anderen Kampfabschnitten der Ost-Front eingeliefert wurden. 1945 betrug die Belegstärke etwa 20 000 Mann, von denen rd. die Hälfte in andere Gebiete zum Arbeitseinsatz abgestellt wurden. Ungefähr 5000 Gefangene sind in Brjansk von 1944 bis 46 an Unterernährung gestorben.