British Expeditionary Forces

    Aus Lexikon Zweiter Weltkrieg

    (BEF), brit. Hilfskorps, das nach der Kriegserklärung vom 3.9.39 nach Frankreich entsandt wurde. Die BEF bestanden zu Beginn des dt. Frankreichfeldzugs aus 394 000 Mann, ausschließl. gut ausgebildete, obschon kampfunerfahrene Berufssoldaten, gegliedert in 3 Armeekorps von insges. 9 Divisionen. Der OB der brit. Truppen, General Gort, hatte sein Hauptquartier in Arras, er war dem frz. OB Gamelin unterstellt. Die einzige Panzerbrigade der BEF war vorwiegend mit veralteten Tanks Mk VI ausgerüstet, der neue schwere Panzer Mk II Matilda erst in wenigen Exemplaren geliefert; insges. konnten die BEF 300 Panzerfahrzeuge aufbieten. Erst die am 17.5. nachgeführte brit. 1. Panzerdivision ließ sich in etwa mit dem entspr. dt. Verband vergleichen. Mit den Heereseinheiten der BEF hatte die RAF eine Advanced Air Striking Force (AASF) über den Kanal geschickt. Sie konzentrierte sich auf Flugfeldern in Nord-Frankreich und setzte vornehml. den Bomber Blenheim, Jäger vom Typ Hurricane (2 Staffeln) sowie eine takt. Bombergruppe mit 160 Fairey Battle ein, von denen die meisten bei Verzweiflungsangriffen gegen Maasbrücken geopfert wurden. Die British Expeditionary Forces waren inzwischen nach dem Dijle-Plan nordwärts nach Belgien vorgerückt, mussten sich aber nach dem dt. Panzerdurchbruch im Süden Richtung Kanalküste zurückziehen. Ein Versuch, den Korridor bei Arras nach Süden zu durchstoßen, scheiterte. Hitlers Haltbefehl für die dt. Panzer vom 24.5. verschaffte den BEF eine letzte Atempause zur Evakuierung aus dem Kessel von Dünkirchen auf die brit. Insel. Bei der dazu organisierten Operation "Dynamo" wurden bis 3.6. rd. 225 000 engl. Soldaten unter Verlust des ges. Materials gerettet. Die 51. Highlander Division mußte am 12.6. bei Saint-Valeryen-Caux kapitulieren, die 52. Division und die 1. kanad. Division wurden über verschiedene Atlantikhäfen abtransportiert.