Brest (Frankreich)

    Aus Lexikon Zweiter Weltkrieg

    französische Stadt und Kriegshafen an der bretonischen Küste, Departement Finistère, mit 79 000 Einwohnern (1939); am 19.6.40 von der deutschen Heeresgruppe B (v. Bock) besetzt. Die Eroberer fanden die Marinebasis mit brennenden Öltanks, aber so gut wie leer vor; die meisten Kriegs- und Handelsschiffe waren ausgelaufen. Das Schlachtschiff Richelieu hatte sich mit den Kadetten der Marineakademie nach Dakar abgesetzt, wohin ebenfalls von Brest aus auch das Gold der Bank von Frankreich rechtzeitig verschifft worden war. Die deutsche Kriegsmarine machte aus Brest eine U-Boot-Basis. 1941 kehrten die Gneisenau, Scharnhorst und Prinz Eugen vom Handelskrieg im Atlantik nach hier zurück und zogen bis zum Kanaldurchbruch beinahe täglich Luftangriffe der RAF auf Brest. Eine Woche nach dem alliierten Durchbruch bei Avranches tauchten am 7.8.44 die Panzerspitzen der 3. US-Armee (Patton) vor der Stadt auf, wo sich Teile der deutschen 2. Fallschirmdivision (Ramcke) sowie Marine- und Luftwaffeneinheiten, insgesamt 29 000 Mann, zur Verteidigung einrichteten. Brest wurde zur Festung erklärt und erlitt bis zur Einstellung des letzten Widerstands am 19.9.44 verheerende Luftangriffe: u.a. kamen am 9.9. 394 Zivilisten, darunter der Bürgermeister, zusammen mit zahlreichen deutschen Soldaten durch explodierende Munition in einem öffentlichen Luftschutzbunker ums Leben.