Breslau

    Aus Lexikon Zweiter Weltkrieg

    Hauptstadt Schlesiens am Oberlauf der Oder mit 630 000 Einwohnern (1939). Breslau war wegen seiner Lage bis 1945 von Luftangriffen nahezu völlig verschont geblieben und durch Zuwanderung aus "Luftnotgebieten" fast zur Millionenstadt angeschwollen, auch zahlreiche Unternehmen und Behörden hatten ihre Sitze hierher verlegt. Als einer der wesentlichen Pfeiler in der deutschen Verteidigung sollte Breslau um jeden Preis gehalten werden und wurde daher zur "Festung" erklärt. Nachdem zunächst angeordnet worden war, dass niemand die Stadt verlassen dürfe, wurden nun Maßnahmen zur Evakuierung der Zivilbevölkerung getroffen. Nach Beginn der sowjetischen Winteroffensive aus den Weichselbrückenköpfen (Baranow) am 12.1.45 forderten Lautsprecherwagen vor allem Frauen und Kinder zum Verlassen Breslaus Richtung Liegnitz auf. Die Vorsorge war angesichts des unerwartet raschen sowjetischen Vormarschs geboten: Die Heeresgruppe A (Harpe, 20.1. Schörner) wurde von der sowjetischen 1. Ukrainischen Front (Konjew) durchbrochen, die mit der 52. Armee (Korotejew) und der 3. Gardepanzerarmee (Rybalko) am 19.1. die ehemals deutsch-polnische Grenze und zwei Tage später die Oder nördlich und südlich von Breslau bei Brieg und Steinau erreichte. Am 8.2. begannen die sowjetische 6. Armee (Gluzdowski) von Norden und die 5. Gardearmee (Schadow) mit der Einkreisung von Breslau, die am 15.2. abgeschlossen war. Dennoch verteidigte Generalmajor von Ahlfen (später General der Infanterie Niehoff) die Stadt mit geringen Kräften und schließlich nur noch 200 Geschützen und 7 Panzern gegen eine erdrückende Übermacht bis zum 6.5.45. Breslau wurde dabei zu 68% zerstört.

    In Breslau-Hundsfeld richteten die Sowjets nach dem Krieg ein Entlassungslager für deutsche Kriegsgefangene ein, die Bedingungen dort entsprachen denen von Frankfurt/Oder-Gronefelde.