Brüderliche Vereinigung der Kriegsgefangenen

    Aus Lexikon Zweiter Weltkrieg

    (russ. Bratskoje Sotrudnitschestwo Wojennpleniich, BSW), Ende 42/Anfang 43 im Arbeitskommando für sowjet. Offiziere "Schwanenseestraße" in München von den Kriegsgefangenen Kondenko und Petruschel gegründete Untergrundbewegung. Ziel war u.a. die Organisierung und Bewaffnung sämtl. in Deutschland befindl. Zwangsarbeiter und Gefangenen zum Sturz des nationalsozialistischen Regimes. Durch Versetzung zahlr. Mitglieder der Brüderlichen Vereinigung der Kriegsgefangenen in andere Städte und freiwillige Meldung als Hiwis zur Flak breitete sich die Organisation schnell aus und knüpfte Verbindungen zu ähnl. Vereinigungen in Wien, Innsbruck und Prag. Ein Zufall brachte die Gestapo Mitte 43 auf die Spur der Brüderlichen Vereinigung der Kriegsgefangenen, die sie durch V-Leute und "verschärfte Vernehmung" (Folter) aufrollte. Sofern die Verhafteten für die Ermittlungen nicht mehr benötigt wurden, überstellte man sie anfangs dem KZ Dachau, wo sie hingerichtet wurden (u.a. die beiden Gründer). Später kamen sie auch in andere KZs, u.a. Mauthausen, wo am 7.10.44 in der Genickschussanlage 30 Mitglieder der Brüderlichen Vereinigung der Kriegsgefangenen exekutiert wurden. Im Abschlussbericht der Stapoleitstelle München hieß es: "Die Ermittlungen führten nach und nach zur Festnahme von 383 Personen und zur restlosen Aufdeckung des Umfangs der Organisation, die sicher in naher Zukunft für das Dt. Reich gefährl. Ausmaße angenommen hätte."