Boves

    Aus Lexikon Zweiter Weltkrieg

    italienisches Dorf in der Nähe von Cuneo im Bezirk Piemont. Im Herbst 43 war das III. Bataillon der Panzergrenadierdivision Leibstandarte-SS "Adolf Hitler" (LSSAH) unter SS-Sturmbannführer Peiper südlich von Cuneo eingesetzt zur Entwaffnung der Soldaten der italienischen 4. Armee, die zusammen mit Partisanen den deutschen Truppen Widerstand leisteten. Am Morgen des 19.9.43 nahmen die Italiener in Boves zwei deutsche Soldaten gefangen und verschleppten sie ins Gebirge. Nach einem gescheiterten Befreiungsversuch, bei dem ein deutscher Soldat fiel, drang Peiper mit verstärkten Einheiten ins Dorf ein, wobei mehrere Häuser zerstört und andere von SS-Männern in Brand gesteckt wurden. 23 aus den Gebäuden flüchtende Zivilisten wurden erschossen, eine 87-jährige Frau verbrannte in einem der Häuser. Nach dem Krieg stellte die Staatsanwaltschaft Stuttgart ein Verfahren wegen der Vorfälle gegen Peiper und zwei Angehörige seiner Einheit aus Beweisnot ein, was v.a. in der italienischen Presse auf scharfe Kritik stieß.