Bordeaux

    Aus Lexikon Zweiter Weltkrieg

    südwestfranzösische Stadt an der Garonne mit etwa 260 000 Einwohnern (1940). Nach Bordeaux floh während des Frankreichfeldzugs am 14.6.40 die französische Regierung Reynaud und residierte dort bis zum Wechsel nach Vichy am 11.7.40. Als bedeutende Hafenstadt wurde Bordeaux, am 26.6.40 von Wehrmachteinheiten erreicht, in die deutsch besetzte Zone Frankreichs einbezogen und im September 40 Standort des italienischen U-Boot-Kommandos Betasom. Nach der alliierten Invasion in Südfrankreich räumten die deutschen Truppen am 24.8.44 die Stadt und zogen sich in die Festungsbereiche Gironde-Süd und -Nord zurück.

    Am 21.10.41 war Bordeaux Schauplatz eines Attentats französischer Widerstandskämpfer, die den deutschen Kriegsverwaltungsrat Reimers auf offener Straße erschossen. Die deutsche Militärverwaltung ließ daraufhin 50 französische Geiseln als Repressalie auf dem Artillerieschießplatz Camp de Souches erschießen und die Leichen in einem Massengrab beisetzen. Trotz der Rechtswidrigkeit der Vergeltung wurde der verantwortliche Befehlshaber Generalleutnant Moritz von Faber du Faur am 31.5.49 vom Militärgericht Paris vom Mordvorwurf freigesprochen. Auch ein deutsches Verfahren wurde 1967 u.a. wegen mangelnden Bewusstseins der Rechtswidrigkeit eingestellt.