Blohm & Voss

    Aus Lexikon Zweiter Weltkrieg

    dt. Schiff- und Flugzeugbaufirma in Hamburg, gegründet als Schiffswerft 1877, der 1933 eine Flugzeugabt. angegliedert wurde. Sie baute nach eigenen Entwürfen v.a. Flugboote wie die dreimotorige Bv 138, leicht erkennbar an ihrem Knickflügel und dem MG-Turm im Rumpfbug; 5 Mann Besatzung. Bei der Truppe "Fliegender Holzschuh" genannt, flog sie bei den Seefliegerverbänden als Standardmuster bei den Seeaufklärungsgruppen an der Atlantikküste, über Mittel- und Schwarzem Meer, v.a. jedoch in Norwegen. Der Operationsbereich ging bei einer max. Reichweite von knapp 4000 km bis an die Packeisgrenze; manche Maschinen waren zum Aufspüren von Geleitzügen mit Schiffssuchradar ausgerüstet. Erstflug des 0-Musters am 11.7.39, aber erst die verbesserte C-Reihe mit 3x880-PS-Motoren Jumo 25D (seit 1941) befriedigte. Insges. wurden 281 Stück gebaut. Vornehml. zu Transportzwecken diente das 6-motorige Großraumflugboot Bv 222 Wiking.

    Eines der unkonventionellsten Flugzeuge ihrer Zeit war die Bv 141: Die einmotorige Maschine (Erstflug 25.2.38) war zum Heeresaufklärer bestimmt; deshalb platzierte Konstrukteur Richard Vogt eine schnittige Vollsichtkabine neben den Rumpf an der Tragfläche, was der dreiköpfigen Besatzung optimale Sichtverhältnisse bot. Von den insges. 13 Maschinen kamen nur wenige zur Truppenerprobung; dann wurde die Fertigung wieder eingestellt, obwohl die NS-Propaganda die Bv 141 als "erstes unsymmetr. Flugzeug der Welt" gepriesen hatte.