Blockade

    Aus Lexikon Zweiter Weltkrieg

    Absperrung feindlicher Häfen und Unterbrechung ihrer Zufahrtswege durch Seestreitkräfte. Nach der Genfer Konvention ist eine Blockade, deren Ziel die ökonomische Schwächung oder gar Aushungerung des Gegners ist, völkerrechtlich nur zulässig nach ihrer Bekanntmachung dem blockierten Land und den betroffenen neutralen Handelspartnern gegenüber. Blockadebrecher können aufgebracht und beschlagnahmt werden. Im 1. Weltkrieg war die britische Blockade Deutschlands so erfolgreich, weil die deutsche Abwehr nur auf küstennahe Maßnahmen eingerichtet worden war und weil die geplante Gewinnung von Atlantikhäfen nicht gelang. Daraus war die Lehre gezogen worden, sodass die sofort nach der Versenkung der Athenia (3.9.39) einsetzende englische Blockade im 2. Weltkrieg zunächst wenig effektiv blieb. Als deutsche Antwort erfolgte am 14.8.40 die Erklärung des Seegebiets um die britischen Inseln zum "Operationsgebiet". Zu Kriegsbeginn befanden sich 330 deutsche Handelsschiffe von über 1000 BRT im Ausland, 76 durchbrachen die Blockade, 54 gingen verloren (Aufbringung oder Selbstversenkung), 200 erreichten neutrale Häfen. Die deutsche Rohstoffversorgung, ohnehin in den ersten Jahren begünstigt durch die eroberten weiten Räume, wurde z.T. durch Blockadebrecher von und nach Japan aufrecht erhalten, ehe 1943/44 den Alliierten eine schließlich lückenlose Seeüberwachung gelang.