Blenheim

    Aus Lexikon Zweiter Weltkrieg

    britischer mittlerer Bomber der Bristol Aircraft Ltd., hervorgegangen aus dem Schnellverkehrsflugzeug Bristol 142, der ersten britischen Maschine mit Glattblechbeplankung, verstellbaren Luftschrauben und einziehbarem Fahrwerk. Noch sensationeller war die Spitzengeschwindigkeit von 494 km/h, mit der die Bristol 142 alle damaligen Jäger der RAF übertraf. Das Luftfahrtministerium bestellte umgehend eine Schnellbomberversion mit Rumpfturm und 3 Mann Besatzung, Erstflug 25.6.36. Die erste Produktionsserie Mk 1, leicht erkennbar an der stumpfen Vollsichtkanzel, kam seit März 37 zur Truppe. Im März 39 folgte eine verbesserte Version mit verlängerter Rumpfnase und 2x920PS-Sternmotoren Bristol Mercury. Die Blenheim Mk IV verfügte über eine maximale Reichweite von 3138 km, bis zu 454 kg Bombenzuladung und 5x7,7-mm-MG als Abwehrbewaffnung. Zu insgesamt 3297 Exemplaren gefertigt, gehörte sie bis Anfang 42 zu den wichtigsten Frontmustern der RAF und wurde von Norwegen bis Nordafrika hauptsächlich als taktischer Tagbomber eingesetzt. In einer Sondervariante als schwerer Jäger flog die Blenheim während der Luftschlacht um England die ersten Nachtjagdeinsätze mit Bordradar; eine Erdkampfvariante Mk V tauchte seit 1942 in Nordafrika auf. Als Lizenzmuster wurde die Blenheim auch in Finnland, Jugoslawien und Kanada gebaut.