Bismarckarchipel

    Aus Lexikon Zweiter Weltkrieg

    vulkanische Inselgruppe im Südwestpazifik östlich und nördlich von Neuguinea mit 47 370 km² und 170 000 Einwohnern (1930). Die ehemals deutschen Südseeinseln waren seit 1920 australisches Völkerbundsmandat. Die Japaner landeten im Januar 42 auf den Inseln des Bismarckarchipels und errichteten eine Reihe von Luft- und Seestützpunkten, die wichtigsten in Kavieng (Neuirland) und in Rabaul (Neubritannien), wo 100 000 Mann stationiert und die Hauptquartiere der japanischen 8. Flotte (Mikawa) und der 8. Armee (Imamura) eingerichtet wurden. Außerdem massierten die Japaner auf Neubritannien zwei Luftflotten mit 600 Maschinen für die Invasion Neuguineas und der Salomoninseln. Bei der Rückeroberung während des amerikanischen Inselspringens sparten die US-Truppen das Bismarckarchipel zunächst aus, doch wurde Rabaul durch Luftangriffe neutralisiert. Am 26.12.43 landeten amerikanische Marineinfanteristen auf Neubritannien bei Cap Gloucester und eroberten den dortigen Flugplatz. Sie kontrollierten damit die Südzufahrt zum Bismarckarchipel durch die Vitiazstraße. Als sie schließlich im März 44 die Admiralitätsinseln und die St. Matthiasgruppe am Nordausgang des Bismarckarchipels besetzt hatten, waren Kavieng und Rabaul mit rund 90 000 Mann abgeschnitten und damit schon vor der japanischen Kapitulation ausgeschaltet.