Bismarck

    Aus Lexikon Zweiter Weltkrieg

    Schlachtschiff "Bismarck"
    Die "Bismarck" im Kampf gegen den Schlachtkreuzer "Hood" am 24. Mai 1941
    deutsches Schlachtschiff, benannt nach dem Reichsgründer Otto von Bismarck (1815-1898), Stapellauf 14.2.39 (Taufrede Hitlers), in Dienst gestellt 24.8.40; 49 947 t (Maximalverdrängung), Länge 251 m, Breite 36 m, maximal 29 Knoten; Bewaffnung: 8x38 cm (Geschossgewicht 798 kg), 12x15 cm, 16x10,5-cm-Flak, 28 kleinere Rohre Flak, 6 Bordflugzeuge Arado Ar 196; bis 2200 Mann Besatzung. Das seinerzeit größte deutsche Schlachtschiff wurde im November 35 in Auftrag gegeben und als 35 000-t-Schiff konzipiert, wie es den ursprünglichen Abmachungen im Deutsch-Britischen Flottenabkommen entsprach. Das letztlich erheblich größere Gewicht war dennoch vertragskonform, da die Margen im Juni 38 entsprechend heraufgesetzt worden waren.

    Nach Erprobungsfahrten war die Bismarck im Frühjahr 41 einsatzfähig und erhielt den Auftrag zur Ausführung des Unternehmens "Rheinübung" im Atlantik. Dazu ging Flottenchef Admiral Lütjens mit Stab an Bord und führte seit 18.5.41 den schließlich nur aus der Bismarck und dem Schweren Kreuzer Prinz Eugen bestehenden Verband aus der Ostsee ins Nordmeer, wo er von der britischen Aufklärung erfasst wurde. Dennoch erreichten die deutschen Schiffe zunächst unbehelligt die Dänemarkstraße, wo sie von Teilen der britischen Home Fleet erwartet wurden. Am Morgen des 24.5. kam es zu einem kurzen Gefecht zwischen der deutschen Kampfgruppe und den britischen Schlachtschiffen Hood und Prince of Wales unter Vizeadmiral Holland. Innerhalb von 5 Minuten wurde die Hood versenkt (1416 Tote, nur 3 Gerettete) und die Prince of Wales nach 7 schweren Treffern zum Ablaufen gezwungen. Allerdings hatte auch die Bismarck 3 Treffer erhalten, die zu erheblicher Verminderung der Fahrt zwangen und eine deutliche Ölspur hervorriefen.

    In dieser Lage kam es zum Konflikt zwischen Lütjens und dem Bismarck-Kommandanten Lindemann, der die Verfolgung und Vernichtung der Prince of Wales und anschließende Heimkehr forderte. Der Flottenchef aber bestand in Verkennung des wahren Schadensausmaßes auf Fortsetzung von "Rheinübung", nachdem mit dem Durchbruch in den Atlantik der schwierigste Teil der Operation gelungen schien. Immerhin entließ die Bismarck die Prinz Eugen und lief selbst südöstlich Richtung französische Atlantikhäfen ab, während die feindliche Suche fächerförmig südwestlich verlief. Insgesamt waren auf britischer Seite schließlich 5 Schlachtschiffe, 2 Träger, 9 Kreuzer und 18 Zerstörer an der Jagd auf die Bismarck beteiligt. Erst am 26.5. sichtete ein Flugboot das Schlachtschiff wieder und konnte das britische Gibraltargeschwader (Force H) alarmieren. Torpedofliegern gelang am Abend die Zerstörung der Ruderanlage der Bismarck, die sich damit zum Endkampf stellen musste.

    Nach erfolgreicher Abwehr nächtlicher Zerstörerangriffe sah sich die Bismarck am Morgen des 27.5. den Schlachtschiffen King George V. und Rodney sowie den Kreuzern Norfolk und Dorsetshire gegenüber. Das Gefecht begann um 8.48 Uhr und dauerte bis 10 Uhr, die Bismarck war nur noch ein brennendes Wrack, sodass die Selbstversenkung angeordnet wurde, obwohl das Innenschiff noch völlig intakt geblieben war. Um 10.36 Uhr sank das Schiff bei 48'10' N und 16'12' W, 2106 Seeleute (darunter der gesamte Flottenstab) kamen ums Leben, nur 115 wurden gerettet. Neun der für "Rheinübung" eingesetzten Tross- und Hilfsschiffe gingen in den nächsten Tagen verloren. Der Zufuhrkrieg mit Großkampfschiffen war damit de facto beendet.