Bir Hacheim

    Aus Lexikon Zweiter Weltkrieg

    (arabisch Hundebrunnen), Wüstenfort südlich von Ghasala mit 1200 Kampfständen in Felsennestern zur Verteidigung. Bir Hacheim war Ende Mai 42 die südlichste "Box" der britischen Abwehrstellung vor Tobruk, gehalten von der 1. freifranzösischen Brigade (Koenig), der ersten größeren französischen Kampfgruppe nach dem Zusammenbruch 1940. Sie umfasste auch Einheiten der Fremdenlegion und 400 Mann der jüdischen Brigade Palästina, insgesamt 3500 Soldaten, die sich hier seit Februar 42 hinter immer stärker ausgebauten Minenfeldern verschanzt hatten. Im Rahmen des Unternehmens "Theseus" plante Rommel die Umgehung von Bir Hacheim im Süden, um in den Rücken der britischen Front zu gelangen; dazu aber musste Bir Hacheim aus Gründen der Nachschubsicherung ausgeschaltet werden.

    Nach Ablenkungsangriffen im Norden am 26.5. begann am nächsten Tag auch die Offensive gegen Bir Hacheim, getragen v.a. von der italienischen Panzerdivision "Ariete", die sich aber nach schweren Verlusten zurückziehen musste. Nach weiteren Angriffen, die nur die Eroberung der "Box" Gottel-Qualeb nördlich von Bir Hacheim brachten und das Fort isolierten, waren keine weiteren Erfolge zu erzielen. Rommel forderte daher Luftwaffe an: Vom 2. bis 10.6. bekämpften Stukas und Bomber in über 1300 Einsätzen die gegnerischen Stellungen. Am 9.6. stürmte dann erneut Infanterie, gegen die sich die inzwischen dezimierte Besatzung von Bir Hacheim noch bis zum folgenden Abend hielt. In der Nacht 10./11.6. brachen die Überlebenden unter noch einmal hohen Verlusten aus. Insgesamt musste die französische Brigade 1058 Tote und Vermisste sowie 307 Verwundete verzeichnen. Auf deutscher Seite wog - neben den fast genauso hohen Verlusten - besonders schwer, dass der Kampf um Bir Hacheim den Vorstoß auf Tobruk um 14 Tage verzögerte und der britischen 8. Armee (Ritchie) Zeit zu geordnetem Rückzug gab.