Bewährungseinheit

    Aus Lexikon Zweiter Weltkrieg

    Truppenverband aus Soldaten, die wegen Disziplinar- und anderer Vergehen - in der Wehrmacht häufig wegen "politischer Unzuverlässigkeit" - verurteilt worden waren. Bewährung im Kampf konnte zur Löschung oder Milderung der Strafe führen. Mit Erlass vom 21.12.40 wurde aus Häftlingen der Wehrmachtgefängnisse eine "Bewährungstruppe 500" gebildet, aus der am 1.10.41 in Fulda das Infanterieersatzbataillon 500 entstand. Es wurde am 1.12.43 ins Generalgouvernement verlegt, 1944 zum Grenadier-, Ersatz-, und Ausbildungsregiment erweitert und war einige Zeit in Brünn und Olmütz stationiert. Im März 45 wurden seine 5 Bataillone der Heeresgruppe Mitte zum Einsatz zugeleitet. Ein im Juni 41 ebenfalls in Fulda aus "Bewährungssoldaten" formiertes Infanteriebataillon z.b.V. (zur besonderen Verwendung) 500 kämpfte 1941-44 in Südrussland und 1945 in der Hohen Tatra und in Mähren, zuletzt bei der 1. Panzerarmee.

    Aus "bedingt Wehrwürdigen" entstand am 6.10.42 eine weitere Bewährungseinheit auf dem Truppenübungsplatz Heuberg, die Afrikabrigade 999 mit den Afrika-Schützenregimentern 961 und 962 nebst Artillerie. Nach Aufstellung eines weiteren Regiments (963) wurde die Brigade am 2.2.43 zur Afrikadivision 999 erweitert. Das Gros der Division geriet im Mai 43 in Tunesien in alliierte Gefangenschaft. Aus den Resten, die nicht mehr nach Nordafrika hatten überführt werden können, und den laufend neu zugeteilten Häftlingen entstanden die Festungsbataillone I. bis XXIII./999. Sie waren zum größten Teil in Griechenland und Jugoslawien eingesetzt sowie auf den Inseln in der Ägäis. Das 1. Bataillon wurde im Mai 44 in Sewastopol vernichtet, XIV, XV und XVII kämpften in Südrussland und in Rumänien, das XXIII. 1945 an der Westfront.