Bernard Law Montgomery, Viscount of Alamein and Hindhead

    Aus Lexikon Zweiter Weltkrieg

    britischer Feldmarschall

    geboren: 17. November 1887 in Kensington bei London gestorben: 29. März 1976 in Isington Mill bei Alton, Hampshire

    Der britische Feldmarschall Bernard L. Montgomery und der kanadische General Henry D. G. Crerar 1943 in Ralston, Italien

    1907 Militärakademie Sandhurst, 1908-11 Kolonialdienst in Indien, Oktober 14 bei Ypern schwer verwundet, bei Kriegsende Chef des Stabes der britischen 47. Division, danach verschiedene Kommandos in Irland, Palästina, Ägypten und erneut in Indien, 1937 Generalmajor. Montgomery wurde unmittelbar vor Kriegsbeginn am 28.8.39 Kommandeur der 3. Division, die bei den British Expeditionary Forces im Mai 40 in Frankreich kämpfte und die er ohne nennenswerte Verluste aus dem Kessel von Dünkirchen nach Großbritannien retten konnte. Dort befehligte Montgomery in der Folgezeit bei drohender deutscher Invasion Korps in Kent und Hampshire und war später Oberbefehlshaber im gesamten Südwestraum bis Sussex.

    Der britische Feldmarschall Bernard L. Montgomery und der kanadische General Henry D. G. Crerar 1945 in den Niederlanden

    Die Erfolge bei der Reorganisation der Heimatverteidigung machten Churchill auf den energischen Truppenführer (Spitzname "Monty") aufmerksam und führten nach der schweren britischen Niederlage in Tobruk zu seiner Ernennung zum Oberbefehlshaber der britischen 8. Armee, die Rommel bis nach Ägypten zurückgeworfen hatte. Am "13. August 42 um 14 Uhr" trat Montgomery seinen Posten an und ließ die Verteidigungsstellungen in fieberhafter Eile verstärken. Sein mitreißender Elan und seine Siegesgewissheit richteten die entmutigte Truppe wieder auf und es gelang, Rommels Vorstoß gegen Alam Halfa Anfang September 42 abzuwehren. Ein breiter Nachschubstrom floss Montgomery über die Kaproute durch den Suezkanal zu, während die deutsch-italienische Panzerarmee Afrika mangels Treibstoff festlag. Nach Eintreffen von Verstärkungen und v.a. 300 amerikanischen Sherman-Panzern griff Montgomery am 23.10.42 in Abwesenheit Rommels bei El Alamein an und durchbrach mit weit überlegenen Kräften bei völliger Luftherrschaft über dem Kampfraum die deutsch-italienischen Linien bis 4.11.

    Churchill und Montgomery bei einer Lagebesprechung an der Libyschen Front

    Der Sieg brachte die endgültige Wende in Nordafrika und nach Überwinden der Mareth-Linie die Kapitulation der deutsch-italienischen Heeresgruppe Afrika am 13.5.43 in Tunis. Montgomery führte seine Armee über Sizilien (Juli 43) aufs italienische Festland (September 43), nahm Tarent und marschierte an der Ostküste bis zum Sangro am rechten Flügel der Front vor Monte Cassino. Am 31.12.43 zum Oberbefehlshaber der alliierten 21. Heeresgruppe ernannt, kehrte Montgomery nach London zurück und leitete die britischen Vorbereitungen für das Unternehmen "Overlord", bei dem er im Juni 44 den Oberbefehl über alle Landstreitkräfte hatte. Er führte in der Folge die britischen und kanadischen Verbände über die Seine nach Belgien (Antwerpen 4.9.44), wobei es immer wieder zu Differenzen mit dem alliierten Oberbefehlshaber Eisenhower über Tempo und Richtung des Vormarsches kam. Eine schwere Schlappe erlitt Montgomery bei seinem überhasteten Versuch, mit Luftlandungen den Rhein bei Arnheim zu überwinden, und musste seinen Widerstand gegen die "Strategie der breiten Front" aufgeben; erst im März 45 gelang der Sprung über den Strom.

    Am 2.5.45 erreichte Montgomery mit seinen Truppen die Ostsee und konnte zwei Tage später die Teilkapitulation der Wehrmacht im Nordwestraum entgegennehmen, ein Schritt, der beim sowjetischen Verbündeten tiefen Argwohn über deutsch-angloamerikanische Absprachen zu Lasten der Roten Armee weckte. Das erschwerte in der Folge die Zusammenarbeit im Alliierten Kontrollrat, in dem Montgomery bis 26.6.46 als Oberbefehlshaber der britischen Besatzungstruppen saß. Bis 1948 war er danach Chef des Empire Generalstabs und von März 52 bis August 58 Stellvertretender NATO-Oberbefehlshaber; "Memoiren" (1958).