Berliner Operation

    Aus Lexikon Zweiter Weltkrieg

    Sammelbegriff für die strategischen Angriffshandlungen der Roten Armee vom 16.4. bis 8.5.45, die zur Eroberung der Reichshauptstadt und zur Vereinigung mit den westalliierten Truppen an der Elbe führten. In den Grundzügen bereits im November 44 konzipiert, wurde die Berliner Operation von der 1. Weißrussischen Front (Schukow) und der 1. Ukrainischen Front (Konjew) als abschließende Durchbruchsoffensive an Oder und Neiße eröffnet. Noch während der Schlacht um Berlin trafen Teilkräfte der 1. Ukrainischen Front (5. Gardearmee) am 25.4. bei Torgau auf Vorauseinheiten der 1. US-Armee. Damit war schon vor dem Fall der Hauptstadt die Teilung des Restreichs in eine nördliche und eine südliche Hälfte vollzogen. Am 20.4. schlossen sich die Verbände der 2. Weißrussischen Front (Rokossowski) der Berliner Operation am Unterlauf der Oder an. Der Hauptstoß nördlich von Schwedt führte in Richtung Neustrelitz und von dort auf die Linie Wismar-Schwerin-Wittenberge. Insgesamt beteiligten sich an der Berliner Operation nach sowjetischen Angaben 23 Armeen, darunter 4 Panzerarmeen, 4 Luftflotten und zahlreiche selbständige Korps mit insgesamt 2,5 Millionen Mann, 41 600 Geschützen und Granatwerfern, 6250 Panzer und Selbstfahrlafetten sowie 7500 Flugzeugen. Ihnen standen am Westufer von Oder und Neiße auf der Frontlinie von Stettin bis nördlich Guben die Heeresgruppe Weichsel (Heinrici/v. Tippelskirch) mit der 3. Panzerarmee und der 9. Armee sowie zwischen Guben und Görlitz die 4. Panzerarmee der Heeresgruppe Mitte (Schörner) gegenüber, insgesamt - nach sowjetischen Angaben - 1 Millionen Mann mit rund 10 400 Geschützen und Granatwerfern, 1500 Panzern und Sturmgeschützen sowie 3300 Flugzeugen.