Bataan

    Aus Lexikon Zweiter Weltkrieg

    etwa 50 km breite und 80 km tiefe Halbinsel im Nordwesten der Bucht von Manila auf den Philippinen. Nach der japanischen Invasion der Hauptinsel Luzon seit 10.12.41 zogen sich die Verteidiger unter US-General MacArthur - ein Kampf um Manila war aussichtslos - im Januar 42 ins gebirgige, unwegsame Bataan zurück. Dort wollten sie Entsatz durch die US-Navy abwarten und die Einfahrt in die Manilabucht kontrollieren, obwohl es an schweren Waffen und Luftunterstützung mangelte. Die Versorgungslage spitzte sich zu, weil mit dem philippinischen Staatspräsidenten Quezón rund 25 000 Zivilisten in das malariaverseuchte Gebiet geflohen waren. Es kam zu einer wachsenden Zahl von Desertionen, v.a. nach der Abberufung MacArthurs (23.2.42), die von den Filipinos als Beginn eines allgemeinen amerikanischen Rückzugs von den Inseln gedeutet wurde. Dennoch machte die japanische Offensive zunächst kaum Fortschritte, denn die 14. Armee (Homma) musste eine Division nach Java abgeben. Zudem forderte die Malaria auch bei den Angreifern Tausende von Opfern, sodass Anfang März 42 nur noch 3 kampfstarke Bataillone am Feind standen. Erst nach Eintreffen von Verstärkungen gelang der Einbruch in die Stellungen der Amerikaner, die am 9.4.42 kapitulierten. 76 000 Mann, darunter 15 000 GIs, traten den "Todesmarsch von Bataan" in die Gefangenschaft an. 7000 starben schon unterwegs, für die anderen folgten drei harte Jahre im berüchtigten Camp O'Donnell, wo weitere 15 000 Mann umkamen. Nach dem Verlust von Bataan war nur noch die vorgelagerte Insel Corregidor in amerikanischer Hand. Mit ihr fiel am 6.5.42 die letzte philippinische US-Bastion. Erst im Januar 45 fassten US-Verbände wieder Fuß auf Luzon und eroberten Bataan bis 28.2. zurück.