Baedeker-Angriffe

    Aus Lexikon Zweiter Weltkrieg

    von Hitler angeordnete, nach dem bekannten Reiseführer benannte "Vergeltungs"-Schläge der deutschen Luftwaffe gegen kaum verteidigte britische Städte mit wertvollen Kulturdenkmälern v.a. im Frühjahr 42. Die Baedeker-Angriffe sollten eine Antwort sein auf das vom neuen Oberbefehlshaber des britischen Bomber Command, Luftmarschall Harris, mit dem Nachtangriff auf die kulturhistorisch wertvolle Altstadt Lübecks vom 28./29.3.42 eingeleitete "area bombing" (in der deutschen Propaganda: "Terrorangriffe"). Den ersten Baedeker-Angriff flogen 25 Maschinen der Luftflotte 3 (Sperrle) am 25./26.4. gegen Exeter; es folgten weitere Baedeker-Angriffe mit durchschnittlich 60-70 Kampfflugzeugen am 26./27.4. gegen Bath, am 27./28. und 29./30.4. gegen Norwich, am 28./29.4. gegen York sowie am 31.5./1.6., 2./3.6. und 6./7.6. gegen die Erzbischofsstadt Canterbury, die noch einmal am 31.10./1.11. getroffen wurde. Insgesamt fielen 1942 damit 3200 t Bomben auf britisches Gebiet, während die RAF, v.a. bei den "Tausend-Bomber-Schlägen", 53 755 t über Deutschland ausklinkte.