Backamo

    Aus Lexikon Zweiter Weltkrieg

    neben Ränneslätt eines der großen Lager für deutsche Militärinternierte in Schweden 1945. In Backamo waren etwa 1200 Internierte zunächst in Zelten, später in selbst erbauten Baracken untergebracht. Die Mannschaften arbeiteten in zwei Schichten auf einem in der Nähe gelegenen Flugplatz und im Moor. Zur Weiterbildung fanden zahlreiche Kurse statt. Darüber hinaus wurde eine Lagerzeitung herausgegeben, die "Backamoer Nachrichten (B.N.)", die später durch eine Wochenschrift, die "B.N.-Illustrierte", ergänzt wurde. Auch das Freizeitangebot war umfangreich. Bis zur Bekanntgabe der Auslieferung an die UdSSR am 24.11.45 verlief das Lagerleben ruhig. Dann aber griffen Protestaktionen um sich. Ein Hungerstreik und schließlich Selbstmordversuche am "blutigen Freitag" (30.11.45) folgten, wobei schwedische Öffentlichkeit und Militär den Protest unterstützten, z.B. durch Abwurf von Flugblättern wie "Bleibt fest und haltet aus. Wir werden euch in eurer Not nicht vergessen!" Die Aktionen blieben jedoch erfolglos: Im Dezember 45 wurden die Männer per Schiff in die UdSSR abtransportiert. Nur 200 Mann, die vor dem 1.5.45 nach Schweden gekommen waren, wurden ausgenommen und auf Beschluss der schwedischen Regierung nach Deutschland in die britische Zone abgeschoben.