Azoren

    Aus Lexikon Zweiter Weltkrieg

    Gruppe von 9 portugiesischen Inseln im östlichen Atlantik mit insgesamt 2250 km² und 267 000 Einwohnern (1940), 1500 km westlich vom Mutterland gelegen, Hauptstadt Angra do Heroismo. Portugal, das im 2. Weltkrieg strikte Neutralität wahrte, verstärkte angesichts der strategischen Bedeutung der Azoren mehrmals seine örtlichen Verteidigungskräfte. Im April 43 hatte das Kriegsministerium auf den Azoren und den Kapverdischen Inseln vor der afrikanischen Küste 11 Infanteriebataillone, 10 Flakbatterien sowie Artillerieeinheiten, Fliegerstaffeln und Garnisonstruppen stationiert. Am 12.10.43 überließ Portugal, unbeeindruckt von deutschen Protesten, den Luft- und Seestreitkräften Großbritanniens Stützpunkte auf den Azoren unter dem Vorwand eines angeblich immer noch gültigen anglo-portugiesischen Bündnisvertrages von 1373 (und späterer Zusatzabkommen). Die USA schlossen 1944 einen Stützpunktpakt und bauten auf Santa Maria einen Militärflughafen. Die Basen auf den Azoren erleichterten den Westalliierten in vielfältiger Weise die Sicherung ihrer Verbindungslinien zwischen den USA und Europa sowie die Überwachung der Seewege nach Afrika und Gibraltar. Auch spielten die Azoren als Wetterstation und als Relaisposten der transatlantischen Unterwasserkabel eine wichtige Rolle. 1946 räumten Briten und Amerikaner die Inseln. 1947 schlossen die USA mit dem späteren NATO-Mitglied Portugal erneut ein Abkommen, das ihnen die Nutzung der Azoren als Luftwaffenbasis erlaubte.