Athenia-Zwischenfall

    Aus Lexikon Zweiter Weltkrieg

    Versenkung des britischen Passagierschiffs Athenia durch U 30 (Kapitänleutnant Lemp) südlich der Rockall-Bank am 3.9.1939 unmittelbar nach der britischen Kriegserklärung. U 30 hatte entgegen Befehl den 13 581-BRT-Dampfer ohne Warnung angegriffen, da er abseits der Handelsrouten lief und ein Hilfskreuzer hätte sein können. Zunächst guten Glaubens, dann zur Wahrung des Gesichts wurde von deutscher Seite eine Beteiligung am Athenia-Zwischenfall, der 112 Menschenleben forderte, geleugnet und der Spieß umgedreht: Schuld sei die britische Regierung, auf deren Befehl eine Explosion inszeniert worden sei und zur Katastrophe geführt habe, die propagandistisch gegen Deutschland ausgeschlachtet werden sollte. Immerhin führte der Athenia-Zwischenfall bei der deutschen Kriegsmarine zum Verbot von Angriffen auf Passagierschiffe, selbst auf solche in Kriegsschiffschutz, eine erhebliche Behinderung des deutschen U-Boot-Kampfs, die erst Mitte 40 widerrufen wurde.