Armée secrète

    Aus Lexikon Zweiter Weltkrieg

    (französisch Geheimarmee), (Eigen- und Sammel-)Bezeichnung der französischen Untergrundkämpfer der Résistance, die sich unter Führung von Henri Frenay seit 1941 in der unbesetzten Südzone Frankreichs organisierten.

    Höchst ungenügend ausgerüstet mit geretteten oder erbeuteten Waffen, schlecht ausgebildet, konnte die bis Sommer 1942 auf etwa 25 000 Mann angewachsene Armée secrète nur punktuelle Sabotageakte ausführen oder Hilfsaufgaben übernehmen. Sie wurde zudem gelähmt durch rivalisierende Gruppen, die sich erst auf Initiative des aus London entsandten Jean Moulin im Oktober 1942 zur "Armée secrète unifiée" (Vereinigte Geheimarmee) zusammenschlossen.

    In der deutsch kontrollierten Nordzone hatte es die Armée secrète erheblich schwerer, sodass dort erst im Januar 1944 eine überregionale Organisation zustande kam. Die dortige Armée secrète arbeitete v.a. nachrichtendienstlich und leistete Fluchthilfe in den Süden und nach Spanien.

    Nach der Besetzung von Südfrankreich im November 1942 und der Auflösung der Waffenstillstandsarmee erhielt die Armée secrète mehr Zulauf, sodass der SD ihre Anhängerschaft Mitte 1943 auf insgesamt 130 000 Mann schätzte. Dennoch blieben ihre Aktivitäten gering und richteten sich zur Vermeidung massiver deutscher Repressalien eher gegen Kollaborateure als gegen die Besatzungsmacht. Zudem unterstützten die Alliierten die Armée secrète angesichts der zerstrittenen Fraktionen nur zögernd, sodass die Mittel zu größeren Aktionen fehlten.

    Die Armée secrète sah daher ihre militärische Aufgabe v.a. in der Bindung deutscher Kräfte durch lokale Aufstände im Vorfeld und während einer alliierten Invasion. Im März 1944 scheiterte ein solcher vorzeitiger Versuch blutig in Savoyen und auch die besser abgestimmten Erhebungen z.B. im Vercors im Sommer 1944 forderten zahlreiche Opfer, ohne die deutschen Verteidiger nennenswert zu schwächen.