Ardeatinische Höhlen

    Aus Lexikon Zweiter Weltkrieg

    (Fosse Ardeatine), Höhlensystem am südlichen Stadtrand von Rom.

    In den Ardeatinischen Höhlen ließ am 24.3.1944 der deutsche Polizeichef von Rom, Obersturmbannführer Herbert Kappler, 335 Italiener erschießen als Repressalie für einen Bombenanschlag vom Vortag, bei dem in der Via Raselli 32 deutsche Soldaten einer Südtiroler Polizeitruppe und 8 italienische Zivilisten getötet worden waren. Hitler hatte ursprünglich angeordnet, für jeden deutschen Toten 50 Geiseln zu erschießen, doch war es dem Oberbefehlshaber Südwest Kesselring gelungen, diese "Quote" auf 10 zu drücken und als Opfer zum Tode verurteilte Häftlinge auszuwählen. Da so die erforderliche Zahl nicht zustande kam, waren unter den Erschossenen nach einer wahllosen Razzia schließlich auch Frauen und sogar zwei 14-jährige Jungen, außerdem hatte Kappler 30 Personen mehr als befohlen töten lassen. Er wurde im Juli 1948 dafür zum Tod verurteilt; auch der Oberbefehlshaber der deutschen 14. Armee, von Mackensen, in dessen Befehlsbereich die Ardeatinischen Höhlen lagen, musste sich für das Massaker verantworten. Kappler wurde schließlich zu lebenslanger Haft begnadigt und konnte 1977 mit Hilfe seiner Frau aus einem Krankenhaus entweichen und nach Deutschland fliehen, wo er wenig später starb.